Netzerweiterung um eigene Netze
Weitere Netzbereiche
Falls die hier beschriebenen Anpassungen für Ihre Anforderungen an das Schulnetz nicht ausreichen, können Sie das Schulnetz um weitere IP-Bereiche erweitern. Über die Anlage weiterer VLANs können Sie weitere Netzsegmente erstellen und voneinander trennen. So können zum Beispiel Fachschaften, verschiedene Schulgebäude oder auch einzelne Klassenzimmer mit eigenen Netzsegmenten versorgt werden.
Im ersten Schritt sollte überprüft werden, welche Netze im Server eingerichtet sind. Öffnen Sie hierfür das Schulkonsolenmenü „Domäne | Netzwerke“. Darin werden alle Im System angelegten Netzsegmente angezeigt.

Hier wurden schon fleißig Netze angelegt.
Erweiterung des Schulnetzwerkes durch Netze/IP-Bereiche
Im Auslieferungszustand sind in der paed.ML Linux folgende Netze/IP-Adressen definiert:
| Netz | Subnetz | IP-Adressen | Verwendung |
| PAEDAGOGIK | 10.1.0.0/24 | 10.1.0.1 – 10.1.0.20 10.1.0.1 10.1.0.2 10.1.0.10 10.1.0.11 10.1.0.13 10.1.0.21-10.1.0.31 | Für paedML-System reservierte IP-Adressen server.paedml-linux.lokal („Server“) backup.paedml-linux.lokal („OPSI-Server“) Router (L3-Switch z.B. Cisco SG 300-10) firewall.paedml-linux.lokal („Firewall“) adminvm.paedml-linux.lokal („AdminVM“) Reservierter Bereich zur Nutzung durch den Betreiber. (z.B. Intranet-Server etc.) |
| 10.1.0.32 – 10.1.0.229 | Client-Rechner (max. 198) | ||
| 10.1.0.230 – 10.1.0.254 | DCHP-Pool für nicht registrierte Geräte (z.B: bei Rechneraufnahme, max. 25) | ||
| GAESTENETZ | 172.16.0.0/12 | 172.16.1.1 172.16.2.1-172.31.255.254 | firewall.paedml-linux.lokal („Firewall“) Netzbereich für Gast-Geräte |
| INTERNET | IP per DHCP oder statische IP-Adresse |
Grundkonzept anhand eines Beispiels
- Für Clients soll ein eigenes Subnetz, mit der Bezeichnung „PAEDAGOGIK2“ eingerichtet werden.
- Das Netz „PAEDAGOGIK2“ bekommt einen gesonderten IP-Bereich (z.B. 10.1.3.0/24).
- Das Netz „PAEDAGOGIK2“ muss mit Hilfe eines Routers an das Netz „PAEDAGOGIK“ angebunden werden. Für den Router ist im Netz „PAEDAGOGIK“ die IP 10.1.0.10 bereits vorgesehen, im Netz „PAEDAGOGIK2“ wird dem Router die IP 10.1.3.1 vergeben.
Hinweise
- Damit die Clients in zusätzlichen Netzen per Wake-on-LAN aufgeweckt werden können, muss das dafür notwendige sogenannte Magic-Packet über Router-Grenzen hinweg transportiert werden.
- Die paed.ML Linux kann über das hier beschriebene Verfahren um beliebig viele Netze erweitert werden. So lässt sich beispielsweise erreichen, dass sich verschiedene Klassenzimmer, Gebäudeteile,… in jeweils eigenen Subnetzen befinden.

Erweiterung der paed.ML Linux um zusätzliche Netze (Die Abbildung ist kein Beispiel für ein sicheres Lehrernetz!)
Erstellen der Importdatei
Das Hinzufügen von Netzwerken geschieht über die Kommandozeile des Servers. Zunächst muss eine Textdatei mit den zu importierenden Netzen erstellt werden. Die Textdatei kann entweder direkt auf dem Server erstellt oder auf den Server kopiert werden. Die Textdatei enthält je eine Zeile für jedes neue Netzwerk, jede Zeile muss nach dem folgenden Muster aufgebaut sein:
Bedeutung der einzelnen Felder:
| Feld | Beschreibung | Mögliche Werte |
| <schulnr> | Muss immer „schule“ lauten | schule |
| <netzwerk> | Netzwerk und Subnetzmaske | 10.1.2.0/24 – 10.1.255.0/24 |
| <ipbereich> | Bereich, aus dem IP-Adressen vergeben werden. | 10.1.X.10 – 10.1.X.22914 |
| <router_ip> | IP-Adresse des Routers im neuen Netz | 10.1.2.1 |
| <dns_ip> | IP-Adresse des DNS-Servers. Muss immer „10.1.0.1“ sein | 10.1.0.1 |
| <wins_ip> | IP-Adresse de WINS/Netbios-Servers. Muss immer „10.1.0.1“ sein. | 10.1.0.1 |
Es können beliebig viele Netze importiert werden.
Beim IP-Bereich (zum Beispiel 10.1.123.10 – 10.1.123.229) handelt es sich um den dynamischen IP-Adressbereich, der Geräten bei der Geräteaufnahme in die paed.ML fest vergeben wird.
Die ersten zehn IP-Adressen des jeweiligen Netzsegmentes werden hierbei nicht vergeben. Die erste IP-Adresse (10.1.123.1) ist für den Router reserviert. Die folgenden Adressen (10.1.123.2 – 10.1.123.9) können fix an Geräte wie APs oder Drucker vergeben werden.
Der hintere IP-Adressbereich (in diesem Beispiel ab 10.1.123.240) ist der DHCP-Adresspool für die Rechneraufnahme in diesem Netz.
Im Folgenden werden beispielhaft zwei neue Netze (10.1.3.0/24 und 10.1.4.0/24) angelegt.
schule 10.1.3.0/24 10.1.3.10-10.1.3.229 10.1.3.1 10.1.0.1 10.1.0.1
schule 10.1.4.0/24 10.1.4.10-10.1.4.229 10.1.4.1 10.1.0.1 10.1.0.1
Wird für das Feld „Netzwerk“ keine Netzmaske angegeben, so wird automatisch die Netzmaske 255.255.255.0 verwendet. Sollte der IP-Adressbereich nicht explizit angegeben worden sein, wird der Bereich X.Y.Z.20-X.Y.Z.250 verwendet.

Beispieldatei zum Anlegen neuer Netze. Felder werden durch TAB getrennt.
Anlegen der Netze auf dem Server
Speichern Sie die Textdatei auf dem Server z.B. unter /root/Extranetze.txt und importieren Sie die Netze durch Aufruf des Skriptes import_networks:
Daraufhin wird der neue Netzbereich angelegt, Sie sollten in etwa folgende Ausgabe auf der Konsole erhalten:

Konsolenausgabe beim Anlegen des zusätzlichen Netzes.
Eine nicht korrekt formatierte Importdatei führt zu einer Fehlermeldung („IndexError: list index out of range“):

Fehlermeldung bei nicht korrekt formatierter Importdatei
Überprüfen Sie in diesem Fall, ob die Importdatei korrekt formatiert ist:
- Alle Felder müssen durch einfachen Tabstopp getrennt werden.
- Einzelne Felder können in manchen Fällen ausgelassen werden, das darauf folgende Tabstoppzeichen darf jedoch nicht ausgelassen werden, dann folgen also zwei Tabstoppzeichen aufeinander.
- Die Datei darf keine Kommentarzeilen enthalten
Konfiguration des DHCP-Servers
Damit die Client-Registrierung funktioniert, muss manuell ein Bereich für die dynamische IP-Adressvergabe am DHCP-Subnetz hinterlegt werden. Das Vorgehen ist wie folgt:
Loggen Sie sich per Browser auf der Schulkonsole als Benutzer „Administrator“ ein.

Anmelden auf der Schulkonsole als Benutzer „Administrator“
Navigieren Sie über „Domäne | DHCP“ zu der Konfigurationsseite für die DHCP-Einstellungen.

Navigation zu den DHCP-Einstellungen
Wählen Sie die Domäne „schule“ aus:

Auswahl der Domäne „schule“
Wählen Sie dann aus der Liste dasjenige Subnetz aus, dessen DHCP-Einstellungen geändert werden sollen; in diesem Falle eines der soeben neu erstellten Netze:

Auswahl des zu bearbeitenden Subnetzes
Tragen Sie im Karteireiter „Allgemein“ unter „Dynamische Adresszuweisung“ den Bereich ein, aus dem die Clients bei der Rechneraufnahme per DHCP mit Adressen versorgt werden sollen. Klicken Sie zum Abschluss auf „Änderungen speichern“.
Schließen Sie den Reiter „DHCP“ nicht, da er im nächsten Abschnitt benötigt wird.

Eintragen des IP-Bereichs
Kontrollieren des eingestellten DNS-Servers
Sie sollten sich nun noch immer im Reiter DHCP befinden. Wählen Sie erneut das Subnetz, das Sie soeben konfiguriert haben. Navigieren Sie auf den Karteireiter „[Richtlinien]“ und klicken Sie auf „Richtlinie DHCP DNS“. Überprüfen Sie, ob für die Domäne „paedml-linux.lokal“ der DNS-Server „10.1.0.1“ eingetragen ist.

Überprüfen der DNS-Einstellungen
Sollte hier kein DNS-Server eingetragen sein, so klicken Sie auf „bearbeiten“, tragen Sie im folgenden Fenster „10.1.0.1“ als IP-Adresse für den DNS-Server ein und klicken Sie dort auf „Änderungen speichern“:
Damit ist der DHCP-Dienst für das neue Netzwerk konfiguriert.
Wiederholen Sie diese Arbeitsschritte für alle neu angelegten Netzsegmente!
Setzen der statischen Routen auf der VM „Server“
Auf den Maschinen „Server“, „OPSI-Server“ und „Admin-VM“ müssen Routen zu den neuen Netzen definiert werden.
Für jedes neu definierte Netz muss eine statische Route über das Gateway 10.1.0.10 definiert werden. Das ist die IP des Routers im Netz „PAEDAGOGIK“ (bzw. „SERVERNETZ“, sofern Sie ein „LEHRERNETZ“ definiert haben), der in die neuen Netze routet.
Beispiel: Oben wurde das Netz 10.1.3.0/24 angelegt. Der Router hat im Netz „PAEDAGOGIK“ die IP 10.1.0.10. Loggen Sie sich auf der VM „Server“ als Benutzer „root“ ein und führen Sie den folgenden Befehl (angepasst auf den IP-Bereich des neuen Netzes!) aus.
Nach Ausführen des Befehls werden einige Dienste neu gestartet, Sie sollten folgende Konsolenausgabe erhalten:

Konsolenausgabe nach dem Setzen der statischen Route
Setzen der statischen Route auf der VM „OPSI-Server“
Wiederholen Sie das soeben beschriebene Setzen von Routen auf der VM „OPSI-Server“.
Setzen der statischen Route auf der VM „Admin VM“
Melden Sie sich an der virtuellen Maschine „Admin VM“ an. Führen Sie die Eingabeaufforderung von Windows als Administrator aus, indem Sie auf „cmd.exe“ oder „cmd64.exe“ mit der rechten Maustaste klicken. Danach wählen Sie „Als Administrator ausführen“.

Eingabeaufforderung als Administrator ausführen
In der Eingabeaufforderung müssen Sie nun die statische Route für alle von Ihnen eingerichteten Netze setzen. Beispielhaft wird dies für das „große pädagogische Netz“ durchgeführt. Für andere Netze sind die Werte entsprechend anzupassen:
route -p -4 add 10.2.0.0 mask 255.255.0.0 10.1.0.10
Die Option -p definiert, dass die Route dauerhaft gesetzt wird. 10.2.0.0 ist die Adresse des „großen pädagogischen Netzes“. Unter mask wird die Subnetzmaske angegeben und 10.1.0.10 ist in diesem Beispiel die Adresse des Routers.
Anpassungen an der Firewall
Auf der Firewall müssen folgende Anpassungen vorgenommen (bzw. überprüft) werden:
- Der Router, der das paed.ML-Netz „PAEDAGOGIK“ (bzw. „SERVERNETZ“) und die neu eingerichteten Netze verbindet, muss als Gateway definiert werden.
- Es muss je Netz eine statische Route eingerichtet werden, die den Netzwerkverkehr in das neu angelegte Netz leitet. Der Netzwerkverkehr wird über das Gateway geleitet.
Loggen Sie sich im Browser auf der VM „Firewall“ unter http://firewall.paedml-linux.lokal mit Benutzernamen „Administrator“ und dem dazugehörigen Passwort ein:

Anmeldemaske der Firewal
Gateway eintragen
Sie befinden sich zunächst auf der Übersichtsseite der Firewall („Dashboard“).
Navigieren Sie über „System | Routing“ zu den Routing-Einstellungen der Firewall:

Navigation zu den Routing-Einstellungen der Firewall
Anlegen eines neuen Gateways
Sie befinden sich im Reiter „Gateways“. Hier sollte der Eintrag „Router“ mit den Einstellungen aus dem Screenshot vorhanden sein. In diesem Fall ist der Gateway definiert.

Anlegen eines neuen Gateways
Sollte der Eintrag nicht vorhanden sein, so klicken Sie bitte auf das „+“-Icon, um einen neuen Gateway anzulegen.
Füllen Sie die in der folgenden Tabelle genannten Felder aus und speichern Sie mit „Save“.
| Feld | Inhalt |
| Interface | Wählen Sie das Netz „PAEDAGOGIK“ aus |
| Name | Vergeben Sie einen Namen für das Gateway (Achtung: Keine Sonderzeichen verwenden!) |
| Gateway | Die IP des Gateways im Netz „PAEDAGOGIK“, im Standardfall also 10.1.0.10 |
| Default Gateway | Haken nicht setzen |
| Description | Kurze Beschreibung, (Freitextfeld) |

Die Einstellungen für das neue Gateway
Überprüfen Sie die Einstellungen und übernehmen Sie die Änderungen endgültig mit Klick auf „Apply changes“:

Übernehmen der Änderungen
Die Meldung „The changes have been applied successfully“ zeigt an, dass der Gateway erfolgreich angelegt wurde.
Einrichten einer statischen Route
Navigieren Sie zunächst durch Klick auf den Karteireiter „Static Routes“ zum Einstellungsbereich für die statischen Routen. Kunden, die mit dem Errata2-Update oder später installiert haben, sollten hier bereits Routen für das „LEHRERNETZ“, das Netz „PAEADGOGIK“ (kleines Pädagogisches Netz 10.1.2.0/24) und das Netz „PAEDAGOGIK-GROSS“ (10.2.0.0/16) vorfinden.
Wenn Sie diese Routen nicht haben, müssen sie ebenfalls eingerichtet werden.
Klicken Sie auf das „+“-Icon, um eine neue statische Route anzulegen:

Anlegen einer neuen statischen Route.
Füllen Sie dann die folgenden Felder aus und speichern Sie mit „Save“.
| Feld | Inhalt |
| Destination Network | Das neue angelegte Netzwerk, in das die Route verweisen soll. In unserem Beispiel also 10.1.3.0/24 |
| Gateway | 10.1.0.10 |
| Disabled | Nicht anwählen. (Hiermit kann die Route deaktiviert werden, ohne den Eintrag wieder löschen zu müssen) |
| Description | Eine kurze Beschreibung der Route (Freitextfeld) |

Einstellungen für eine statische Route.
Überprüfen Sie die Einstellungen und übernehmen Sie die Änderungen endgültig durch Klick auf „Apply changes“.

Endgültiges Übernehmen der Änderungen.
Die Meldung „The changes have been applied successfully“ zeigt an, dass die statische Route erfolgreich angelegt wurde. Klicken Sie auf „Close“
Auf der Übersichtsseite „Routes“ erscheint nun die soeben angelegte statische Route:

Übersicht über alle statischen Routen
Melden Sie sich über „System | Logout“ wieder von der Firewall ab:

Abmelden von der WebGUI der Firewall
Konfiguration des Routers
Damit die Einrichtung eigener Netze funktioniert benötigen Sie einen Router zwischen den Netzen.
Prinzipiell sind auf dem Router folgende Einstellungen vorzunehmen:
WAN-Seite des Routers (Netz „SERVERNETZ“)
- Statische IP: 10.1.0.10
- Netzmaske: 255.255.255.0,
- Standardgateway: 10.1.0.11
Beispiel für LAN-Seite des Routers (das neu angelegte Netz)
- Statische IP: z.B. 10.1.5.1
- Netzmaske: z.B. 255.255.255.0
- DHCP: DHCP-Server des Routers ausschalten!
- Der Router darf nicht selbstständig IP-Adressen per DHCP vergeben sondern muss DHCP-Anfragen an das Netz „PAEDAGOGIK“ bzw. den Server (10.1.0.1) weiterreichen. Typische Bezeichnungen hierfür sind etwa „DHCP Relaying“ oder „DHCP Forwarding“.